Mein Weg zum Schauspielen hat eigentlich schon in der Grundschule hier in Köln begonnen. In dem Alter wollen die meisten Jungs Fußballspielen – aber ich wollte in die Theater-AG. In der weiterführenden Schule ist dann ein Lehrer auf mich aufmerksam geworden, der die Kabarett-AG geleitet hat. Politisches Kabarett ist ja eigentlich eher etwas für Ältere, aber ich saß dann schon als Sechstklässler da und bin auch bis zum Abitur geblieben. Mir hat das so viel Spaß gemacht, dass ich nach der Schule noch nicht bereit war, das aufzugeben. Weil ich unbedingt in Köln bleiben wollte und mich auch mehr für Film und Fernsehen als für Theater interessiert habe, bin ich an die Film Acting School Cologne gegangen und während der Ausbildung ist mir klar geworden: Das hier ist mein Beruf. Ich musste mich da allerdings ziemlich durchsetzen, denn viele Leute haben mir aufgrund meiner Herkunft und meines Aussehens davon abgeraten, Schauspieler zu werden. Aber es hat geklappt – ich spiele in diversen Fernsehserien und -filmen, nebenher leite ich auch noch Schauspielkurse an verschiedenen Schulen, unter anderem der Elly-Heuss-Knapp-Realschule in Mülheim.

Ich finde das mit den Schauspielkursen spannend, weil es ein bisschen anders ist als damals bei uns an der Schule. Da gab es so was nicht. Die Lehrer, die die AGs geleitet haben, haben das natürlich gut gemacht, aber am Ende waren es einfach Lehrer, die sich fürs Theaterspielen interessieren. Das Handwerk des Schauspiels wurde da nicht vermittelt. Deswegen habe ich mich entschieden, bei diesem Projekt mitzumachen, bei dem AGs an verschiedenen Schulen von Externen geleitet werden, die selbst keine Lehrer sind, sondern eine Expertise mitbringen. Ich wollte den Schülerinnen und Schüler etwas geben, das meine Schule mir damals nicht bieten konnte. Ich bin an verschiedenen Schulen in Köln. Die Arbeit an einer Realschule auf der Schäl Sick unterscheidet sich von der an einem Gymnasium in der Südstadt. In meinem Fünftklässler-Kurs an der Elli-Heuss-Knapp-Realschule haben alle Teilnehmenden einen Migrationshintergrund. In der Arbeit mit ihnen spielt da auch meine eigener Hintergrund eine Rolle. Ich weiß nicht, ob ich ihnen direkt ein Vorbild sein kann, weil ich nicht weiß, ob sie das überhaupt verstehen oder brauchen. Aber es würde mich schon freuen, wenn sie sehen: Der hat es geschafft, also kann ich das auch.


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