Publik Kitchen

Als wir beide zusammengefunden haben, hat das einfach irgendwie gepasst. Bert kommt aus der Systemgastronomie, er ist eigentlich ein Kaffeemensch und hat vorher einige Jahre McCafé Deutschland mit 800 Filialen geleitet. Ständiges Pendeln zwischen München und Köln und der Frust darüber, dass man in einem riesigen Unternehmen nur wenig seiner Ideen vor dem Vorstand durchboxen kann, haben dazu geführt, dass er das alles so nicht mehr wollte. Er wollte etwas so gestalten, wie er möchte, und das dann auch umsetzen können.

Jürgen ist Koch und hatte gerade eine vegetarisch/vegane Weiterbildung gemacht. Dafür musste er ein Konzept schreiben und hat Bert, seinen Nachbarn, gefragt, ob er das korrekturlesen könnte. So haben wir immer mehr Zeit miteinander verbracht, immer mal wieder probegegessen, viel ausprobiert und viel nachgedacht und gemerkt: Wir ergänzen uns wirklich gut. Bert mit seinem systemgastronomischen Hintergrund kümmert sich darum, was wir wo bestellen, wie Abläufe optimiert werden können, was sich wie rentiert und auch um den ganzen lebensmittelrechtlichen Bereich. Jürgen liebt es, zu kochen und mit den Zutaten kreativ zu werden – und unsere Speisekarte ist ein Spiegel dieser Kreativität.

Viele haben uns am Anfang gesagt, veganes Catering, das klappt nicht, vegan ist eine Welle, das Interesse wird wieder abflauen. Wir nehmen das Gegenteil wahr, aber vielleicht liegt das auch an unserem Ansatz: Die Idee ist nicht, uns vegan auf die Fahnen zu schreiben, sondern leckeres Essen zu machen, das möglichst jeder, egal welche Ernährungsform, essen mag und essen kann, und das dabei möglichst wenig Ressourcen verschwendet.
Dass wir in Kalk gelandet sind, liegt daran, dass wir hier auch leben. Wenn man so was aufzieht, wird der Standort zwangläufig zum zweiten Zuhause, und wir wollten nah dran sein am Geschäft und alles mit dem Rad erledigen können.
Im Veedel wurden wir von Anfang an extrem unterstützt.

Da waren ein paar Initiativen, das Team des Bürgerhaus Kalk, Tommi Grusch von Veedel e.V, von Cologne Intelligence und dem Integrationshaus, die uns zu Events dazugeholt haben, weil sie Riesenfans sind von dem, was wir machen. Gar nicht, weil es vegan ist, sondern lecker und unkompliziert. Während wir eher im Internet als „veganer Caterer“ wahrgenommen werden, sind wir in der lokalen Community also einfach des Essens wegen bekannt. Ohne diese Menschen vor Ort hätten wir es nicht geschafft, gerade in den letzten beiden Jahren während der Coronazeit. So läuft es im Moment besser, als wir uns das hätten vorstellen können. Es gibt einfach kaum Angebote wie unseres in Köln – der Markt ist also groß genug.

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