Fujifilm X-Pro 3 – ein Erfahrungsbericht

Fujifilm X-Pro 3 Packshot Produktfotografie Köln

Ein befreundeter Fotograf hielt mir die X-Pro 3 unter die Nase. Die Haptik und das Design haben mir auf anhieb sehr gut gefallen. Bis dahin hatte ich noch keine digitale, moderne Kamera in der Hand, die sich so sehr nach einem analogen Fotoapparat angefühlt hat. Pure Nostalgie. Es hat etwa zwei Wochen gedauert, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe. Ab zum Fotofachhandel meines Vertrauens.

Das Design erinnert an Fotoapparate der 80er und 90er Jahre, wie beispielsweise der Contax G-Reihe oder der Konica Hexar RF.  Die Verarbeitung ist sehr gut, made in Japan. Diese Qualität spürt man, sobald man die Kamera in den Händen hält. Die Haptik ist hochwertig, jeder Knopf fühlt sich gut an. Der Verschluss hat einen saftigen Klang, den viele als sehr befriedigend empfinden. Ich würde einen leiseren Verschluss bevorzugen.

Das „analoge“ Bedienkonzept der Kamera ermöglicht es, die wichtigsten Einstellungen (Verschluss, ISO und Blende) von außen zu sehen und einzustellen, ohne die Kamera einschalten zu müssen.  Ein kleiner Drehschalter ermöglicht den Wechsel zwischen den Fokusmodi.

Lago Maggiore Fuij X-Pro 3 Zeiss 35mm 1,8
Lago Maggiore Fuji X-Pro 3 Zeiss 35mm 1,8

Das Display muss nach unten ausgeklappt werden, um genutzt werden zu können.  Das ist Geschmackssache, aber eine mutige Entscheidung, die ich mal gut, mal weniger gut finde.  Es zwingt mich dazu, die Kamera mehr wie eine Filmkamera zu nutzen, was mich in vielen Situationen inspiriert, mir aber manchmal auch im Weg steht.

Der hervorragende EVF und der optische Sucher bieten eine nahtlose Umschaltmöglichkeit. Der optische Sucher zeigt einen Rahmen für die entsprechende Brennweite des Objektivs und den Fokuspunkt an.  Eine Zwischenlösung ist ein kleiner Bildschirm am unteren rechten Bildschirmrand, auf dem man sich wahlweise das Bild im Ganzen oder reingezoomt anzeigen lassen kann. Dies ermöglicht manuelles Fokussieren, während man gleichzeitig den optischen Sucher nutzt.  Obwohl es zunächst etwas kompliziert erscheinen mag, wird es nach einiger Zeit sehr intuitiv. Ein naheliegender Vergleich ist das Leica M System, das ebenfalls über einen optischen Sucher verfügt, aber durch die Messsuchertechnik den Fokuspunkt verschiebt.  Im Gegensatz dazu bietet die Pro 3, vorausgesetzt man nutzt Objektive mit Autofokus, die Möglichkeit, Bilder automatisch scharfzustellen. Ich nutze sehr gerne manuelle Objektive an der Pro 3, schätze aber auch die Autofokus-Funktion der Kamera. Für mich ist das die perfekte Kombination aus beiden Welten.

Porträtshooting Köln Lifestylefotografie Köln Rheinpark
Lifestyleshooting mit Bene Fuji X-Pro 3 Voigtländer 23mm 1,2 Nokton
Lifestyleshooting mit Bene Fuji X-Pro 3 Voigtländer 23mm 1,2 Nokton

Die Kamera hat einen 26-Megapixel-APS-C-Sensor. Reichen 26 Megapixel? Reicht ein Crop-Sensor gegenüber einem „Vollformat“-Sensor? Die Antwort auf beide Fragen ist: Es kommt darauf an. Wenn Fotografie für dich ein Hobby ist, dann ist die Antwort in meinen Augen ganz klar: Ja.  Ich habe große Prints mit APS-C Kameras und Vollformatkameras gemacht und niemand stand jemals davor und konnte mir sagen, mit welcher Kamera ich das Foto geschossen habe. Die JPGs, die aus diesem Sensor rauskommen, sind berühmt für ihre Farben und selbst die Raw-Dateien haben einen sehr guten Dynamikumfang. Oder ich drücke es mal anders aus: Wenn du mit der Kamera keine guten Fotos machst, dann liegt es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an der Kamera und du solltest dein Geld lieber in deine Fotografie-Skills als in eine neue Kamera investieren. Ich kenne Profi-Fotografen, die mit dem Fuji X-System arbeiten. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die, die ich zumindest kenne, zusätzlich in ein GFX-System investiert haben, also in die Mittelformat-Kameras von Fujifilm. Diese Kameras, haben einen größeren Sensor als Vollformat und deutlich mehr Megapixel.

Selbstporträt Fuji X-Pro 3 Fujinon 35mm F1,4

Fazit: 

Die X-Pro 3 macht mir Lust aufs Fotografieren. Die Verarbeitung, der Verschluss, das versteckte Display und der optische Sucher machen die Kamera zu einer Liebeserklärung an die Fotografie. Wenn ich „nur“ aus Spaß fotografieren würde, wäre diese Kamera, mit zwei Festbrennweiten, alles, was ich hätte. Ich kann sie  jedem empfehlen, der das Gefühl einer analogen Kamera mit der Convenience eines digitalen Sensors haben möchte. Nun fotografiere ich nicht mehr nur für mich, sondern für KundInnen, die mich für erstklassige, technisch einwandfreie Fotos bezahlen. Hier haben ein sehr guter Autofokus, gute Low-Light-Performance und ein leiser bzw. lautloser Auslöser für mich Priorität. Eben eine Kamera, die meiner Arbeit als Auftragsfotograf nicht im Wege steht. Hierfür habe ich in ein Vollformat-System investiert. Macht das die X-Pro 3 deswegen zu einer schlechten Kamera?  Auf gar keinen Fall. Ich kann die Kamera jedem ans Herz legen, der die Fotografie liebt. Diese Kamera macht Spaß. Sie inspiriert. Man möchte sie benutzen. Rausgehen und fotografieren. Und darum geht es doch am Ende.


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