„Ich lebe seit kurzem wieder in Mülheim. Hier habe ich meine Familie und den Rhein in der Nähe, beides brauche ich, um mich wohl zu fühlen. Seit ein paar Monaten arbeite ich bei der Stadt in der Schulentwicklungsplanung. Dort wird geplant, welche Schulen zu welcher Zeit an welchem Ort errichtet werden sollen. Dabei ist es wichtig, die Charakteristika des jeweiligen Stadtteils zu berücksichtigen. Mülheim zum Beispiel ist durch seine kulturelle und soziale Vielfalt geprägt. Das schlägt sich auch in der Schulentwicklungsplanung nieder: In Mülheim befinden sich vier der insgesamt 15 städtischen Gesamtschulen. Damit ist es der Stadtbezirk mit den meisten Schulen dieser Form. Das besondere an den Gesamtschulen ist, das im Vorfeld keine Differenzierung der Schüler:innen nach ihren Leistungen stattfindet. So kann die kulturelle und soziale Vielfalt eines Stadtteils auch Anerkennung in der Schulform finden. Der sozio-ökonomische Status der Eltern nimmt heutzutage immer noch Einfluss auf den Bildungserfolg des Kindes. Durch die passende Schulform kann das ausgeglichen werden.“

„Die Diversität an Schulen bietet meiner persönlichen Meinung nach für die Schüler:innen viele Chancen. Ein Beispiel ist Peer-Education, was das Lernen mit und unter Gleichaltrigen meint. Gleichaltrige verstehen oft besser, warum man sich mit einer mathematischen Lösung schwer tut und wie man etwas in einfachen Worten erklärt. Hat es einer in der Klasse verstanden, so profitiert der Rest der Klasse davon. Ich selbst bin auch auf eine Gesamtschule im rechtsrheinischen Köln gegangen. Diese Erfahrung hat mich in meiner Sozialkompetenz gestärkt, da ich früh ein Miteinander mit sozialer und kultureller Vielfalt erlernen konnte.
Könnten sich mit der Zeit diese sozialen Strukturen ändern? Ich sehe die Diversität in Köln Mülheim nicht durch eine Gentrifizierung bedroht. Hier wird zwar viel gebaut – und diese Neubauten sind überwiegend nicht für Gering- und Normalverdiener gemacht – aber es ist trotzdem schwierig, solche Strukturen zu verändern. Viele Mülheimer wohnen ihr Leben lang in denselben Wohnungen, auch weil Ihnen die finanziellen Mittel fehlen sich räumlich zu verändern. Aber das muss auch gar nicht so sein. Die kulturelle und soziale Vielfalt macht Mülheim zu einem weitaus interessanteren Ort, als die meisten linksrheinischen Stadtteile.“


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